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Fugen und Anschlüsse

Fugen im Bad erneuern: Silikon und Zementfuge

Im Bad gibt es zwei Arten von Fugen, und sie werden völlig unterschiedlich behandelt: die starre Zementfuge zwischen den Fliesen und die elastische Silikonfuge an Ecken, am Bodenanschluss und rund um Wanne und Duschtasse. Die elastische Fuge ist ein Verschleißteil und wird planmäßig erneuert; die Zementfuge bleibt, bis sie schadhaft ist, und wird dann ausgekratzt und neu verfüllt.

Diese Seite trennt die beiden Fälle, beschreibt den Ablauf und sagt, welche Positionen in ein Angebot gehören. Wer die Arbeit vergeben möchte: Wir geben Ihre Anfrage an einen passenden Fachbetrieb weiter, der Ihr Gebiet bedient — kostenlos und unverbindlich.

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Nahaufnahme der Ecke zwischen einem weißen Waschtisch und der beigen Fliesenwand: eine gleichmäßig gezogene weiße Silikonfuge läuft in einer sauberen Kehle durch die Ecke, darüber die Fliesenfugen
Wartungsfuge
Eine elastisch geschlossene Anschlussfuge, die Bewegungen zwischen zwei Bauteilen aufnimmt und deren Dichtstoff planmäßig erneuert wird. Sie ist Teil der Instandhaltung und kein dauerhaftes Bauteil.
Wartungsfugen sitzen dort, wo sich zwei Bauteile unterschiedlich bewegen: in den Innenecken, am Übergang von Wand zu Boden und am Rand von Wanne, Duschtasse und Waschtisch. Genau deshalb dürfen sie nicht starr verfugt werden — eine Zementfuge an dieser Stelle reißt, weil sie die Bewegung nicht mitmacht. Dass der Dichtstoff altert, ist keine Fehlleistung, sondern die Eigenschaft, die ihn für diese Stelle geeignet macht.

Zementfuge und Silikonfuge im Vergleich

Zwei Materialien mit zwei Aufgaben. Wer sie verwechselt, erneuert entweder das Falsche oder dichtet an der falschen Stelle ab.

  • Wo sie sitzt

    Zementfuge (Fugenmörtel)
    Zwischen den Fliesen einer Fläche
    Silikonfuge (elastischer Dichtstoff)
    In Innenecken, am Bodenanschluss, an Wanne, Duschtasse und Waschtisch
  • Was sie leistet

    Zementfuge (Fugenmörtel)
    Füllt den Fugenraum, versteift die Fläche, nimmt Schmutz und Wasser von der Kante
    Silikonfuge (elastischer Dichtstoff)
    Nimmt Bewegung zwischen zwei Bauteilen auf und schließt den Spalt
  • Verhalten bei Bewegung

    Zementfuge (Fugenmörtel)
    Starr — bewegt sich der Untergrund, reißt sie
    Silikonfuge (elastischer Dichtstoff)
    Elastisch — sie dehnt sich und geht zurück
  • Lebensdauer

    Zementfuge (Fugenmörtel)
    So lange, wie der Untergrund ruhig bleibt
    Silikonfuge (elastischer Dichtstoff)
    Begrenzt; der Dichtstoff altert und wird planmäßig erneuert
  • Schadensbild

    Zementfuge (Fugenmörtel)
    Bröselt, fehlt stellenweise, reißt entlang einer Linie
    Silikonfuge (elastischer Dichtstoff)
    Löst sich an einer Flanke ab, reißt ein, verfärbt sich dauerhaft
  • Erneuerung

    Zementfuge (Fugenmörtel)
    Auskratzen oder ausfräsen, Fugenraum säubern, neu verfüllen
    Silikonfuge (elastischer Dichtstoff)
    Altdichtstoff vollständig entfernen, Flanken reinigen und trocknen, neu einbringen
  • Abrechnung

    Zementfuge (Fugenmörtel)
    Nach Quadratmetern Fläche
    Silikonfuge (elastischer Dichtstoff)
    Nach laufenden Metern Fuge

Warum eine elastische Fuge altert

Ein Dichtstoff in der Anschlussfuge arbeitet ununterbrochen: Er dehnt sich, wenn sich eine gefüllte Badewanne senkt, und geht zurück, wenn sie leer ist. Dazu kommen Wärme, Feuchtigkeit und Reinigungsmittel. Über die Zeit verliert das Material seine Rückstellfähigkeit — es wird härter, reißt an einer Kante ein oder löst sich an einer Flanke vom Untergrund.

Verfärbt sich eine Fuge dunkel, gibt es zwei Möglichkeiten: Die Verfärbung sitzt auf der Oberfläche, dann lässt sie sich abnehmen; oder sie sitzt im Dichtstoff selbst, dann ist sie mit Reinigen nicht mehr zu erreichen und die Fuge wird erneuert.

Ein Hinweis auf einen anderen Schaden ist eine Fuge, die sich immer wieder an derselben Stelle löst. Wenn dieselbe Kante nach kurzer Zeit erneut aufreißt, bewegt sich dort mehr, als die Fuge aufnehmen kann — oder es steht Wasser dahinter. Dann ist die Fuge das Symptom und nicht die Ursache.

Wie eine Silikonfuge erneuert wird

Der Aufwand liegt im ersten Schritt. Neues Silikon haftet nicht auf altem — und eine Fuge, die auf Resten sitzt, löst sich an derselben Stelle wieder.

  1. 1. Altdichtstoff vollständig entfernen

    Die alte Fuge wird an beiden Flanken aufgeschnitten und herausgezogen, die Reste mechanisch abgenommen. Vollständig heißt: auch der dünne Film, der auf der Fliesenkante zurückbleibt.

  2. 2. Flanken reinigen und trocknen

    Die Haftflächen werden von Rückständen und Feuchtigkeit befreit. Neuer Dichtstoff auf einer feuchten oder fettigen Flanke haftet nicht — dieser Schritt entscheidet über die Haltbarkeit.

  3. 3. Fugenraum vorbereiten

    Ist die Fuge tief, kommt ein Hinterfüllmaterial hinein, damit der Dichtstoff nur an zwei Flanken haftet und nicht am Grund. Je nach Untergrund wird zusätzlich ein Haftvermittler aufgetragen.

  4. 4. Badewanne oder Duschtasse belasten

    Eine Wanne wird vor dem Verfugen mit Wasser gefüllt, damit die Fuge im belasteten Zustand hergestellt wird. Sonst reißt sie beim ersten Bad an der Oberkante ein.

  5. 5. Dichtstoff einbringen und abziehen

    Der Dichtstoff wird in einem Zug eingebracht und sofort glatt abgezogen, solange er sich verarbeiten lässt. Nacharbeiten nach dem Anhäuten hinterlässt Ansätze.

  6. 6. Aushärten lassen

    Bis die Fuge belastbar ist, vergeht Zeit; wie viel, steht auf dem Gebinde des verwendeten Produkts. Die Dusche wird vorher nicht benutzt, und die Wanne bleibt so lange gefüllt, wie es dort angegeben ist.

Zementfugen erneuern: auskratzen statt überstreichen

Eine schadhafte Zementfuge wird nicht überarbeitet, sondern ausgeräumt: Die alte Fugenmasse kommt mit einem Fugenkratzer oder einer Fräse heraus, der Fugenraum wird gesäubert, dann wird neu verfüllt. Alles, was auf die alte Fuge aufgetragen wird, sitzt auf einer Schicht, die sich bereits gelöst hat.

Der Farbton ist dabei die schwierigste Größe. Eine neu verfüllte Fuge trocknet anders auf als die Fläche daneben, die Jahre in Gebrauch war. Wer nur einen Abschnitt erneuert, sollte damit rechnen, dass der Unterschied sichtbar bleibt; eine zusammenhängende Fläche in einem Zug zu erneuern, ergibt ein einheitlicheres Bild.

Wichtig ist die Abgrenzung nach unten: Reißt eine Zementfuge entlang einer geraden Linie durch mehrere Fliesen hindurch, bewegt sich der Untergrund. Dann ist die Fuge nicht das Problem, sondern die Stelle, an der das Problem sichtbar wird.

Was in ein Angebot für Fugenarbeiten gehört

Fugenarbeiten sind kleine Aufträge, deren Angebote weit auseinandergehen können — weil sie nicht dasselbe enthalten. Diese Angaben machen sie vergleichbar:

  • Die laufenden Meter je Fugenart und die Angabe, welche Fugen gemeint sind: Wanne, Duschtasse, Innenecken, Bodenanschluss.
  • Das Entfernen des Altdichtstoffs als eigene Position — es ist der Arbeitsschritt, der die Zeit kostet.
  • Welcher Dichtstoff eingesetzt wird und in welcher Farbe.
  • Bei Zementfugen: ob ausgekratzt und neu verfüllt oder nur nachgearbeitet wird.
  • Ob Hinterfüllmaterial und Haftvermittler enthalten sind.
  • Die Zeit bis zur Nutzbarkeit — sie steht auf dem Produktgebinde und gehört in die Terminabsprache.
  • An- und Abfahrt: Bei kleinen Aufträgen ist das die Position, die den Preis am stärksten bewegt.
  • Arbeitskosten getrennt vom Material, wenn Sie die Steuerermäßigung nutzen möchten.

Häufige Fragen

Wie oft müssen Silikonfugen im Bad erneuert werden?

Eine Silikonfuge wird erneuert, wenn der Dichtstoff sich an einer Flanke löst, einreißt oder sich dauerhaft im Material verfärbt hat — nicht nach einem festen Intervall. Die Lebensdauer hängt an Belastung, Bewegung, Reinigungsmitteln und daran, wie sauber die Fuge hergestellt wurde. Prüfen lässt sie sich mit dem Finger: Sitzt sie an beiden Kanten fest, hält sie.

Was kostet es, die Fugen im Bad zu erneuern?

Fugenarbeiten werden nach laufenden Metern abgerechnet, dazu kommen das Entfernen des Altdichtstoffs, das Material und die Anfahrt. Bei kleinen Mengen wiegt die Anfahrt schwer, weil sie unabhängig von der Fugenlänge anfällt. Ein Angebot ist deshalb nur vergleichbar, wenn es die laufenden Meter, das Entfernen der alten Fuge und die Anfahrt getrennt ausweist.

Was ist der Unterschied zwischen Silikonfuge und Zementfuge?

Die Zementfuge sitzt starr zwischen den Fliesen einer Fläche, die Silikonfuge elastisch dort, wo sich zwei Bauteile gegeneinander bewegen: in Innenecken, am Bodenanschluss und am Rand von Wanne und Duschtasse. Aus der Aufgabe folgt die Behandlung — die Zementfuge wird nur bei Schaden erneuert, die elastische Fuge planmäßig.

Kann man Silikonfugen selbst erneuern?

Das Erneuern einer Silikonfuge verlangt kein Spezialwerkzeug, aber Sorgfalt an einer Stelle: Der alte Dichtstoff muss restlos herunter, und die Flanken müssen sauber und trocken sein, sonst haftet die neue Fuge nicht. Wer das übernimmt, plant die Zeit fürs Entfernen ein und nicht fürs Spritzen. Zeigt sich beim Öffnen Feuchtigkeit hinter der Fuge, endet die Eigenleistung dort.

Reicht eine neue Fuge, wenn die Dusche undicht ist?

Eine neue Fuge behebt keine undichte Dusche, denn die Abdichtung liegt unter dem Belag und nicht in der Fuge. Zeigt sich Feuchtigkeit an der Wand daneben, im Raum darunter oder an der Decke des Nachbarn, wird zuerst die Ursache gesucht und erst danach die Oberfläche geschlossen. Eine erneuerte Fuge verdeckt in diesem Fall nur die sichtbare Stelle.

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